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Cloud-Migration von On-Premise-Rechenzentren mit Splunk und Accenture

Mitautoren: Zwei Teams

Von Splunk: Ewald Munz (IA), Luke Beare (BVA), Anne Jacobsen (Cloud) und Kirsty Paine (CTA) von der Strategic Advisory Group EMEA (SAG); Melanie Moehl, Marcel Seifert und Alexander Okl von der Accenture EMEA-Partnerorganisation; Marc Thomas von Sales Engineering EMEA; Gill Newsome von der Globalen Cloud Partnerorganisation; Sophie Dockstader von Professional Services (PS) und Clara Lemaire von European Government Affairs

Von Accenture: Christian Golz, Luzia Sommer und Chi Nguyen von der Accenture ASG Tech Sustainability Group; Francesco Sbaraglia und Rizki Pratama von der Accenture Splunk Business Group

„Heizen mit dem Internet“ lautete vor kurzem die Überschrift eines DataCenter Insider-Artikels in Deutschland.

Angesichts der aktuellen Energiekrise wird in diesem Artikel vorgeschlagen, die Abwärme von Rechenzentren – von der es Unmengen gibt – zum Heizen von Wohnungen und Büros in deutschen Großstädten zu nutzen und so langfristig CO2-neutral zu heizen. Erste Prognosen hierfür liefert Frankfurt am Main, Standort von mehr als 60 Rechenzentren und des weltweit größten Internet-Austauschknotens: Bis 2030 könnten hier sämtliche Wohn- und Büroräume durch die Abwärmenutzung klimaneutral mit Wärme versorgt werden.

Diese Überlegungen sind ein Hinweis auf das enorme, schlummernde Potenzial bei Rechenzentren.

Rechenzentren ermöglichen die digitale Transformation und bewältigen die Datenexplosion

Rechenzentren sind spezielle Räume für Datenserver, die Daten aus verschiedensten Branchen speichern und verarbeiten. Mit dem exponentiell Wachstum der Datennachfrage sind auch Rechenzentren rasant gewachsen. Die Bereitstellung dieser enormen Rechenleistung und Speicherkapazität bildet die Grundlage für die digitale Transformation und macht Industrie 4.0-, KI- und Cloud-Projekte möglich.

Laut CloudScene gab es Anfang 2021 weltweit fast 8.000 Rechenzentren, wobei sich die meisten in den USA (33 %), Großbritannien (6 %) und Deutschland (6 %) befinden. Es gibt unterschiedliche Arten von Rechenzentren, von lokalen Rechenzentren in einzelnen Unternehmen bis hin zu großen Cloud-basierten Rechenzentren für Hyperscaler wie Amazon Web Services (AWS) und Google Cloud und sämtlichen Zwischenstufen.

Die Datenexplosion ist echt: Heute fließt fast der gesamte IP-Traffic der Welt durch Rechenzentren, und nach Angaben der internationalen Energieagentur wird der Datenverkehr nicht nur einmal erfasst, denn für jedes Bit an Daten, welches das Netz von Rechenzentren zu Endbenutzern durchläuft, werden weitere fünf Bits innerhalb und zwischen Rechenzentren übertragen. Aufgrund dieser Tatsache und anderer Faktoren, wie etwa der zunehmenden Nutzung des Internets, erwartet man laut Statista, dass der Datenverkehr in Rechenzentren bis 2024 um das 50-fache gegenüber 2010 ansteigen wird.

Allein JPMorgan investierte 2021 2 Milliarden US-Dollar in neue Rechenzentren und weitere sind geplant.

Die Kehrseite: Rechenzentren haben einen großen CO2-Fußabdruck

Weltweit verbrauchen Rechenzentren 1-2 % des Stroms und sind für mehr als 2 % der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. Das entspricht den CO2-Emissionen der gesamten Luftfahrtindustrie. In Irland, wo es viele Rechenzentren gibt, verbrauchen diese 14 % des Gesamtstroms des Landes. 2020 hatten die Rechenzentren in Deutschland laut Bitkom einen Stromverbrauch von 16 Milliarden kWh, was 6 Millionen Tonnen CO2 entspricht. Es sind jetzt große Anstrengungen notwendig, um die Ziele des European Green Deals zu erfüllen, nach dem Rechenzentren bis 2030 klimaneutral sein sollen.

Ein Faktor für den hohen Energieverbrauch ist das Kühlsystem, das nach Angaben von SINTEF etwa ein Viertel der Energie eines Rechenzentrums verbraucht. Bei der jüngsten Hitzewelle in Europa hat sich gezeigt, dass die Kühlsysteme der meisten Rechenzentren ineffizient sind.

Neben der Kühlung wird auch für die Datenverarbeitung viel Energie verbraucht (etwa 70 % eines Rechenzentrums), und jede Art von Stromerzeugung schlägt mit ihrem Fußabdruck bei CO2, Wasser und Land zu Buche. Laut ScienceDaily verursacht nur eine Stunde an Videokonferenzen 150-1000 Gramm CO2-Emissionen, benötigt 2-12 Liter Wasser und beansprucht eine Fläche, die in etwa der Größe eines iPad Mini entspricht.

Eine Reduzierung der Datenverarbeitung ist jedoch keine realistische Option.

Teil der Lösung: Verlagerung von On-Premise Rechenzentren in die Cloud

Es gibt zwei Hauptgründe, weshalb Rechenzentren in der Cloud bezüglich des CO2-Fußabdrucks viel besser abschneiden als On-Premise-Rechenzentren:

  • Höhere Effizienz 
    Eine höhere Auslastung, Skaleneffekte, die Nutzung von KI und ML und ein geringerer Energieverbrauch machen eine höhere Effizienz möglich. Google Cloud meldet einen PUE-Wert (Power Usage Effectiveness) von 1,1 gegenüber dem globalen Durchschnitt von 1,6. Laut 451 Research ist die AWS-Infrastruktur fünfmal energieeffizienter als das durchschnittliche Rechenzentrum eines europäischen Unternehmens.

  • Hoher Anteil an erneuerbaren Energie
    Google verwendet seit vier Jahren zu 100 % erneuerbare Energien, und AWS strebt an, seinen Anteil an erneuerbaren Energien bis 2025 ebenfalls auf 100 % hochzufahren.

Das Ergebnis: Massive Reduzierung des CO2-Fußabdrucks im Vergleich zu On-Premise-Rechenzentren

Das folgende Diagramm zeigt, dass der CO2-Fußabdruck bei AWS um 80 % reduziert werden kann und sich sogar um ganze 96 % reduzieren lässt, wenn der Energiebedarf komplett aus erneuerbaren Energiequellen gedeckt wird.

CO2-Reduktionspotenzial bei Cloud-Infrastruktur (in Europa)

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Nächste Schritte

1. Einsatz des Sustainability Toolkits von Splunk – mit Fokus auf Rechenzentren

Das Sustainability Toolkit, eine kostenlose App für Splunk-Kunden, ermöglicht Unternehmen, tiefe Einblicke in ihren CO2-Fußabdruck zu bekommen, und versetzt sie so in die Lage, die für die Erreichung ihrer Klimaneutralitätsziele notwendigen Maßnahmen zu ergreifen.

Zum Einen bietet es in einem Management-Dashboard einen Überblick über Cloud-/Multi-Cloud-, Hybrid- und On-Premise-Umgebungen. Zum Anderen ermöglicht es Unternehmen, in Echtzeit Bereiche mit besonders hohen Emissionen (Hotspots) zu ermitteln und auf der Grundlage der Daten die erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen. Solche Hotspots wären Teilbereiche der Scopes 1-3 des Greenhouse Gas Protocol, beispielsweise Emissionen aus dem Betrieb von Rechenzentren (Scope 3).


Ein wichtiges Feature des Sustainability Toolkit besteht darin, dass es den Fokus auf Rechenzentren legt und speziell dafür ouf-of-the-box einsetzbare Integrationen, vorkonfigurierte Berechnungen und Dashboards bietet. So können Unternehmen tiefgreifende Erkenntnisse nutzen, um Use Cases wie die Cloud-Migration von On-Premise-Rechenzentren oder die Optimierung von Rechenzentren voranzutreiben. Wie die nachfolgenden Dashboards zeigen, können wichtige KPIs für Rechenzentren, wie etwa der PUE-Wert (Power Usage Effectiveness), die Temperatur einzelner Racks und Server, die Auslastung und vieles mehr in Echtzeit überwacht und zusätzlich durch den entsprechenden CO2-Fußabdruck ausgedrückt werden. Am wichtigsten ist jedoch, dass die aussagekräftigen, visualisierten Erkenntnisse Unternehmen in die Lage versetzen, die richtigen Entscheidungen zu treffen, beispielsweise ältere Geräte zu ersetzen oder in die Cloud zu migrieren.

 

 

 

 

 

 

Das Sustainability Toolkit orientiert sich eng an Splunks Cloud-First-Strategie und seinen Cloud-Partnern AWS und Google Cloud. Gemeinsame Nachhaltigkeitskampagnen wie etwa mit AWS unter dem Titel Driving Sustainability Leadership in sechs Branchen und mit Google Cloud unter dem Titel Smart, Secure and Sustainable Manufacturing with Splunk and Google Cloud unterstreichen unseren gemeinsamen Kundenfokus.

Splunk und Accenture arbeiten eng zusammen, um Unternehmen bei der Nutzung der Cloud zu unterstützen und ihnen zu helfen, größeren Mehrwert aus Daten und Analyseerkenntnissen zu ziehen. Eines der Ergebnisse dieser Partnerschaft ist die Implementierung des Sustainability Toolkit im Cloud Innovation Center (ACIC) von Accenture in Zürich.

2. Nutzen von Accentures Expertise in den Bereichen Nachhaltigkeit und Cloud im ACIC Zürich (ACIC: Accenture Cloud Innovation Center für EMEA)

Accenture verfolgt zwei Ansätze, um seine Kunden bei der Bewältigung ihrer Herausforderungen im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit zu unterstützen: „Sustainability by Technology“ und „Sustainability in Technology“.

Sustainability by Technology, also Nachhaltigkeit durch Technologie, bedeutet, dass Technologie nachhaltig eingesetzt wird – etwa durch die Bereitstellung von Technologien und Services, die zu „Net Zero“ und verantwortungsvollen Wertschöpfungsketten beitragen – und man damit Unternehmen dabei unterstützt, ihre ESG-Aktivitäten zu messen und zu melden.

Sustainability in Technology, also Nachhaltigkeit von Technologie, heißt, Technologie als Mittel zum Erreichen von Nachhaltigkeitszielen einzusetzen, wie etwa „Green Software“ zur Senkung des Energieverbrauchs von Unternehmen. Genau gesagt, umfasst Green Software die Teilbereiche Green Infrastructure, Green SW Development Lifecycle und Green Cloud.

Im Bereich Green Infrastructure liegt der Schwerpunkt auf der Messung und Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks von Geräten, Netzwerken, Rechenzentren und Software. Was den Green Software Development Lifecycle angeht, so können die Accenture-Tools helfen, den Softwarecode hinsichtlich Nachhaltigkeit, Robustheit und Sicherheit zu verbessern. Im Bereich Green Cloud unterstützt Accenture seine Kunden bei der Auswahl des umweltfreundlichsten Cloud-Anbieters und -Standorts, indem es Cloud-Services so optimiert, dass sie nachhaltiger und gleichzeitig kostengünstiger werden.

Wir wollten live erleben, wie das Sustainability Toolkit von Splunk funktioniert, und haben daher zusammen eine Demo-Umgebung in unserem Accenture Cloud Innovation Center (ACIC) in Zürich entwickelt.

Accenture betreibt weltweit mehrere Cloud Innovation Center, in denen wir für unser Partner-Ökosystem in einer hybriden Multi-Cloud-Umgebung Implementierungen im großen Maßstab entwickeln und vorantreiben.

Das ACIC ist eine Cloud-native Hybrid-/Multi-Cloud-Plattform für Unternehmen, die sämtliche Grenzen automatisch einrichtet und Best Practices für SRE/AIOPs implementiert, wobei jeder Kunde die Möglichkeit hat, ganz nach Bedarf Zugang zu verschiedenen Infrastrukturen zu erhalten. Accenture hat das ACIC ausgiebig als technische Basis genutzt, um regulatorische Lösungen mit Cloud-Sovereignty zu präsentieren (z. B. die DORA-Verordnung der EU und Schrems-Datenschutz) und so die gemeinsamen Markteinführungsaktivitäten mit unseren Ökosystem-Partnern voranzutreiben.

Im ACIC in Zürich haben wir zusammen mit Splunk eine Demo-Umgebung eingerichtet, in der wir verschiedene Use Cases vorstellen, darunter auch, als jüngsten Neuzugang, das Sustainability Toolkit von Splunk. Damit können wir unseren Kunden gemeinsam vorführen, wie Splunk den CO2-Fußabdruck eines On-Premise-Rechenzentrums integriert und darstellt. Zusätzlich können Kunden im Accenture Future Camp Zürich an einer interaktiven Co-Creation-Session mit Experten von Accenture und Splunk teilnehmen, um die Diskussion über die Integration von Nachhaltigkeit in ihren Unternehmen zu beschleunigen.

Nachhaltigkeit wird ein ebenso wichtiges Thema wie die Digitalisierung werden, und jedes Unternehmen wird sich „Nachhaltigkeit“ auf die Fahnen schreiben wollen. Aus diesem Grund freut sich Accenture ganz besonders über die Partnerschaft mit Splunk, da wir mit diesem Partner Herausforderungen in puncto Nachhaltigkeit durch technologische Innovation begegnen können. 

3. Mit spitzem Bleistift rechnen und dann die Entscheidung zur Cloud-Migration fällen

Ausschlaggebende Parameter bei der Berechnung des CO2-Fußabdrucks eures gesamten Rechenzentrums sind der Stromverbrauch (kWh/Jahr) und die Kohlenstoffintensität der genutzten Energiequellen (Gramm CO2 /kWh). Hierbei variiert die Kohlenstoffintensität natürlich von Land zu Land und sogar von Stadt zu Stadt.

Die Berechnung des CO2-Fußabdrucks von Splunk-Services wie Splunk Enterprise (Core), Splunk Enterprise Security (ES) oder Splunk IT Service Intelligence (ITSI) in einem On-Premise-Rechenzentrum ist etwas komplexer: Unser CO2 Footprint Calculator (Splunk IP) berücksichtigt hier zahlreiche Parameter wie Splunk-Datenaufnahme (in GB oder TB), PUE-Wert, spezifischer Energieverbrauch (kWh/TB), Servertypen, Auslastung, Datenspeicherung und viele mehr. Ein bemerkenswertes Ergebnis dieses Rechners ist, dass CO2/TB keine lineare Funktion ist.

Sobald Unternehmen sich ein umfassendes Bild des CO2-Fußabdrucks ihres Rechenzentrums gemacht haben, lassen sich die CO2-Einsparungen beim Wechsel in die Cloud leicht berechnen. Laut dem oben gezeigten Diagramm können Unternehmen eine massive Reduzierung ihres CO2-Fußabdrucks mit mindestens 80 % CO2-Einsparungen erwarten. Ein wichtiger Nebeneffekt der Cloud-Migration besteht darin, dass sich Unternehmen nun stärker auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können, da sie sich nicht mehr um IT-Probleme in Rechenzentren kümmern müssen.

Manche Unternehmen entscheiden sich aus verschiedenen, triftigen Gründen dagegen, ihr gesamtes Rechenzentrum in die Cloud zu verlagern, und wählen eine hybride Cloud-Strategie. Auch dann können sie noch von selektiven CO2-Einsparungsmöglichkeiten profitieren, wenn sie ihre Splunk-Services in die Cloud verlagern. Darüber hinaus können sie ihr lokales Rechenzentrum mit den Erkenntnissen aus dem Sustainability Toolkit optimieren.

Beispiel

Bei einem Splunk-Kunden ergab die Berechnung Folgendes:

  • Die Verlagerung des gesamten On-Premise-Rechenzentrums in die Cloud würde zu Einsparungen von 350 Tonnen CO2 im Jahr führen – was der Stromversorgung von 50 Einfamilienhäusern pro Jahr entspricht.

  • Die Verlagerung der im On-Premise-Rechenzentrum des Kunden laufenden Splunk-Services in die Cloud würde zu 50 Tonnen CO2-Einsparungen im Jahr führen – was der Stromversorgung von 7 Einfamilienhäusern pro Jahr entspricht.

Möchtet ihr das Thema Nachhaltigkeit in eurem Unternehmen effektiv vorantreiben? Angesichts des in Europa geltenden CO2-Preises zwischen 70 und 100 Euro/Tonne und der steigenden Energiekosten, die sich auf die Kosten für die Kühlung auswirken werden, gibt es bei der CO2-Reduzierung offensichtlich auch Kosteneinsparungsaspekte.

Ihr seid herzlich eingeladen, den Use Case Cloud-Migration von On-Premise-Rechenzentren mit Splunk und Accenture im ACIC in Zürich live zu erleben und mit unseren Nachhaltigkeits- und Cloud-Experten zu diskutieren.


Kommt uns einfach besuchen!

Accenture Innovation Hub - St. Annagasse 9, 8001 Zürich, Schweiz

Wer noch etwas mehr zum Thema Nachhaltigkeit erfahren möchte, findet in den nachfolgenden Ressourcen weitere Informationen:

Nachhaltigkeit

Cloud-Migration


Last, but not least

Inspirierende Erfolgsgeschichten von Splunk-Kunden über ihre Migration in die Cloud

Slack - Nasdaq - Heiniken - Carrefour - Puma

Ewald Munz ist ein Industrie-Experte mit mehr als 20 Jahren Erfahrungen mit Fokus auf Industrie 4.0, Engineering und technische Services. Bei Splunk hilft Ewald dabei, das Industrie-Geschäft in EMEA mit Lösungen im Bereich IT & OT Security, IoT, Cloud sowie neuerdings Sustainability weiter auszubauen. Er lebt mit seiner Familie in Stuttgart, Deutschland.