5G: Mythen, Irrtümer, Fakten
Tips & Tricks Daniel KriegerMobilfunk war in gewissen Kreisen schon der Buhmann, als es nur um Strahlung ging. Jetzt kommt 5G und mit dem Roll-out schwappt durch die sozialen Kanäle eine Brühe aus Gerüchten, Halbwahrheiten, Denkfehlern und Falschinformationen. Die sorgen auch außerhalb der Verschwörungstheoretiker-Szene für Verunsicherung. Aber keine Sorge: Wir haben euch ein paar Hard Facts gegen die häufigsten Irrtümer zusammengetragen.
Gerücht: 5G begünstigt die Ausbreitung von Covid-19
Gerücht: 5G-Strahlung kommt auch in Waffen zum Einsatz
Fakt: Es gibt tatsächlich Waffensysteme, die mit Mikrowellenstrahlung arbeiten. In Verbindung mit 5G nennen Kritiker häufig das in den USA entwickelte Active Denial System, das durch einen Mikrowellenimpuls einen Schmerzreiz auf der Haut auslösen kann. Allerdings arbeitet das ADS in einem völlig anderen Frequenzbereich als 5G, nämlich um 95 GHz, während 5G-Frequenzen bei 700 MHz liegen. Dass 5G eine „waffentaugliche“ Strahlung sei, braucht euch also niemand erzählen.
Unbestritten ist, dass 5G eine Kommunikationstechnologie ist. Und dass jede Kommunikationstechnologie natürlich auch im militärischen Kontext zum Einsatz kommen kann. Nicht zuletzt das Internet der Dinge (IoT, Internet of Things) gilt als zukunftsträchtiges 5G-Einsatzgebiet. Und diese „Dinge“ können selbstverständlich auch Waffensysteme – etwa Überwachungsdrohnen – sein. Mit Strahlung hat das allerdings nichts zu tun.
Gerücht: Mit 5G werden Smartphones unbrauchbar, die den Standard nicht unterstützen
Gerücht: Das Datenvolumen eines Mobilfunktarifs ist mit 5G blitzschnell aufgebraucht
Fakt: Das beanspruchte Datenvolumen hängt von der Art der Nutzung ab, nicht von der Geschwindigkeit, mit der die Daten übertragen werden. Wer sich zuvor im 4G-Netz Podcasts angehört, Videos gestreamt oder in sozialen Netzen gesurft hat, wird das im 5G-Netz in gleichem Umfang tun können – nur sehr wahrscheinlich von weniger Störungen belastet. Tatsächlich braucht ihr, wenn ihr mit 5G-Mobilfunk unterwegs sein wollt, aber einen entsprechenden Datentarif bei eurem Mobilfunkanbieter. Ansonsten surft ihr, unabhängig davon, was euer Gerät technisch draufhat, weiter im 4G-Netz.
Gerücht: 5G macht krank
Fakt: Es gibt keine wissenschaftlichen Belege für diese Behauptung. Zwar arbeitet 5G mit Mikrowellen, das Bundesamt für Strahlenschutz kommt jedoch zur Einschätzung, die hochfrequenten elektromagnetischen Felder der Sendeanlagen seien nicht stark genug, um Lebewesen zu erwärmen. Belegt werden konnten allerdings körperliche Auswirkungen durch die Nutzung der Endgeräte – der Telefone selbst also. Dies allerdings unabhängig davon, ob sie mit 5G-, 4G- oder irgendeiner anderen Mobilfunktechnologie arbeiten. Häufige Ursache für Verspannungen – etwa den berüchtigten Handynacken – ist eine starre und verkrampfte Kopfhaltung beim Telefonieren oder das ständige „Nach-unten-gucken“ beim Tippen auf dem Handyscreen. Wie ihr dem entgegenwirkt, das habt ihr, im wahrsten Sinne des Wortes, selbst in der Hand 😉.
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