Cyber Security im Krankenhaus: Es ist Zeit zu handeln

Security Matthias Maier
Nicht erst seit den neuesten Vorkommnissen am Uniklinikum Düsseldorf warnen IT-Experten, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, wann Cyber-Angriffe das erste Menschenleben fordern. Bereits Whistleblower Edward Snowden nannte Cyber-Attacken auf kritische Infrastrukturen wie Krankenhäuser, Universitäten und Internetknotenpunkte als potenziell lebensbedrohlich.
Cyber Security im Krankenhaus

Beispiele gibt es zu Genüge – Eine Auswahl:

Gesundheitsdaten benötigen besonderen Schutz

Cyber Security im Krankenhaus
All diese Beispiele zeigen: Klinik- und damit Patientendaten sind besonders sensibel und bedürfen daher besonderer Schutzmaßnahmen. Es ist zu vermuten, dass die Dunkelziffer der durch Cyber-Angriffe betroffenen Kliniken sogar noch deutlich höher liegt: Nach einer Umfrage der Unternehmensberatung Roland Berger vom Mai 2017 waren schon zwei Drittel der deutschen Krankenhäuser einmal Opfer eines Hackerangriffs. Bedenkt man dazu noch den enormen IT-Fachkräftemangel, fehlende Digitalisierungsstrategien sowie den hohen Anteil von Dark Data und den rasanten Anstieg des Datenvolumens im Gesundheitssektor, wird schnell klar, dass es allerhöchste Zeit ist, Modernisierungsinitiativen voranzutreiben, um für die Veränderungen des Datenzeitalters gewappnet zu sein.

Krankenhäuser sind systemkritisch

Wie die Corona-Epidemie mehr als deutlich gezeigt hat, sind Krankenhäuser systemkritisch. Ihre Einstufung als Kritische Infrastruktur (KRITIS) ist daher folgerichtig und logisch. Das IT-Sicherheitsgesetzt 2.0 (ITSiG) soll dazu beitragen, Cyber Security und Sicherheitsstandards bei KRITIS dauerhaft zu erhöhen, indem zu protokollierende Ereignisse an das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) übermittelt werden. Zusätzlich hat das BSI gesetzliche Mindeststandards für IT-Systeme definiert. Zwar trifft all dies auf sämtliche Organisationen mit kritischer Infrastruktur zu, allerdings sind andere Branchen, wie zum Beispiel Energieversorger, meist besser aufgestellt als der Gesundheitssektor, wo mitunter der Zusammenhang zwischen dem schnell anwachsenden Datenvolumen, das durch die Technologien des Datenzeitalters entstehen wird, und den damit einhergehenden Konsequenzen übersehen wird.

KRITIS müssen geschützt werden – Das passende SIEM hilft

Kritische Infrastrukturen – so schreibt es das ITSiG vor – müssen durch entsprechende Sicherheitsmaßnahmen geschützt werden. Diese Maßnahmen sehen unter anderem den Einsatz eines SIEM (Security Information and Event Management) vor. Moderne SIEM-Lösungen sind heute dazu in der Lage, nahezu unbegrenzte Mengen an Daten unabhängig von Format oder Quelle in nahezu Echtzeit zu überwachen, zu untersuchen, zu analysieren und als Handlungsgrundlage nutzbar zu machen. Umfangreiches Monitoring von Schwachstellen und geringsten Normabweichungen hilft so beispielsweise bei der schnellen Identifizierung von Angreifern, noch bevor diese wirklichen Schaden anrichten können. Zusätzliche Tools für Automatisierung sowie künstliche Intelligenz (KI) und Machine Learning (ML) unterstützen gleichzeitig in Zeiten permanenter Ressourcenknappheit, sodass sich die Cyber-Security-Teams der Kliniken auf die wirklich wichtigen Dinge konzentrieren können.

Die Mittel sind begrenzt – doch es gibt Unterstützung

Vielen Organisationen des Gesundheitssektors, denen bisher die finanziellen Mittel gefehlt haben, ihre Cyber Security in aller Konsequenz zu modernisieren, sollten ab sofort aufhorchen. Denn der Bund stellt eine Investitionssumme von insgesamt 4,3 Milliarden Euro für die Umsetzung von Digitalisierungsinitiativen und die IT-Sicherheit bereit. Dieses umfassende Investitionsprogramm ist gezielt für die Modernisierung von Krankenhäusern und derer digitalen Infrastruktur gedacht.

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