Tipps & Tricks

Monitoring der Telemetrie eines (virtuellen) Formel-1-Autos

In diesem neuen Artikel geht es damit weiter, Daten von Alltagsgegenständen zu analysieren.

Nachdem ich mich für meinen Netflix-Konsum oder meinen Lebensrhythmus durch meine Smartwatch interessiert habe, beschäftige ich mich heute mit einer Datenquelle, die zwei meiner Leidenschaften miteinander verbindet: Formel 1 und Videospiele.

Ich stelle euch vor, wie ihr eure PS4 splunken könnt, um eure Telemetriedaten und eure Leistung im Spiel F1 2021 zu analysieren.

Also: Setzt eure Helme auf und kommt mit auf eine Fahrt – natürlich in einem McLaren – über die Rennstrecke von Monza, dem „Geschwindigkeitstempel“.

Wie werden die Daten gesammelt?

Als Erstes müsst ihr die Telemetrie in eurem Spiel aktivieren. Öffnet dazu einfach die Einstellungen und gebt die IP-Adresse ein, an die ihr die Daten senden wollt (euer Splunk-Server oder eine Zwischenanwendung).

Das war der einfache Teil. Ab jetzt stehen euch mehrere mehr oder weniger komplexe Optionen zur Verfügung:

  • Erstellt einen UDP Data Input in Splunk. Ihr müsst nur den gleichen Port wie in eurem Spiel angeben (20777 als Standard). Ihr müsst alle Daten dekodieren, bevor ihr etwas Brauchbares erhaltet.
  • Oder ihr benutzt eine Zwischenanwendung auf dem PC oder Smartphone, mit der ihr eure Leistungen anzeigen und exportieren könnt (oft im JSON- oder CSV-Format). Ich habe die PC-Anwendung PXG F1 Telemetry getestet, mit der ihr ganz einfach jede eurer Runden im JSON-Format exportieren könnt.
  • Wenn ihr eine ältere Version des Spiels (2020 oder 2019) besitzt, solltet ihr wissen, dass es auf Splunkbase zwei Add-ons gibt, die das Sammeln und Umwandeln von Daten in ein lesbares Format ermöglichen: F1 2019 Add-on for Splunk und F1 2020 Add-on for Splunk.

Wozu dient Telemetrie?

Sobald ihr die Telemetrie aktiviert habt, könnt ihr auf eine beeindruckende Menge an Daten über euer Auto und eure virtuellen Rennen zugreifen.

Es ist ganz einfach, ihr findet alle möglichen Informationen, von einfachen Daten (Geschwindigkeit, Gangwechsel, Rundenzeit usw.) bis zu komplexen Details (Einstellungen des Autos, Verschleiß, Druck auf die Pedale usw.).

Hier ist eine Übersicht der Datenspezifikationen (im 2020-Format): https://forums.codemasters.com/topic/50942-f1-2020-udp-specification/

Die JSON-Datei für eine einzige Runde enthält 17.000 Zeilen mit Parametern!

Visualisierung in Dashboard Studio

Hier sind einige Dashboards, die meine Leistung im Spiel aufzeigen werden. Dashboard Studio ist seit der Version 8.2 in Splunk enthalten.

Zunächst eine Zusammenfassung der Telemetriedaten, die einen Eindruck von dem nötigen Wahnsinn und Talent vermittelt, um diese Autos im echten Leben zu fahren.

Und das bei einer Höchstgeschwindigkeit von 340 km/h, während der Fahrer in jeder Runde beim Beschleunigen oder Bremsen Kräften von mehr als 4G ausgesetzt ist.

Auf der schnellen Strecke von Monza verbrachte ich 80 % meiner Zeit in jeder Runde mit voll durchgetretenem Gaspedal!

Wie sieht es mit der Leistung auf der Rennstrecke aus?

Die Telemetrie ermöglicht es uns, die Auswirkungen der kleinsten Einstellungsänderung zu verfolgen. Hier habe ich drei Runden mit jeder Einstellung gedreht, beginnend mit der Standardeinstellung, die ein ausgewogenes Verhältnis von Geschwindigkeit und Kontrolle bietet, bis hin zu einer Einstellung für maximale Geschwindigkeit.

Es ist nicht überraschend, dass wir auf einer Strecke wie dieser mit der Einstellung „Höchstgeschwindigkeit“ die schnellsten Zeiten mit der höchsten Höchstgeschwindigkeit fahren können. Aber sie bietet uns auch weniger Kontrolle und mehr Risiko. So habe ich z. B. in der letzten Runde einen Abstecher ins Kiesbett gemacht und zehn Sekunden verloren, obwohl ich auf dem Weg war, meinen Rekord zu brechen.

Es ist auch leicht zu erkennen, dass der Rekord in Sektor 2 (der mit den wenigsten Geraden) mit einer Einstellung erzielt wurde, die einen Kompromiss aus Geschwindigkeit und Kontrolle bietet.

Mit einer Kombination aus meinen besten Sektoren hätte ich meine Zeit um fast 0,5 Sekunden verbessern können, was aber immer noch weit von den Rekorden der Formel 1 entfernt ist. Wenn man es mit der Realität vergleicht, war die schnellste Runde im letzten Jahr 1:19,555 Minuten, also fast 4 Sekunden schneller als meine beste virtuelle Runde...

Ich werde heute sicherlich nicht den Platz von Lando Norris einnehmen!

Boxenstopp mit Splunk TV

Wir bleiben also lieber in der Boxengasse und analysieren die Daten, das ist sicherer.

Ich habe hier die App Splunk TV für Android-TVs getestet, um meine Ergebnisse auf einem großen Bildschirm anzuzeigen und zu teilen. Bevor ihr die App nutzen könnt, müsst ihr die App Splunk Cloud Gateway auf eurem Splunk-Server installieren. Damit könnt ihr verwalten, welche Geräte auf eure Splunk-Daten zugreifen dürfen.

Auf eurer App wird ein Code angezeigt. Ihr müsst ihn nur noch in die Splunk-Verwaltung eingeben, um das Gerät zu synchronisieren. Hier könnt ihr auch die Apps verwalten, die auf eurem Fernseher angezeigt werden sollen.

Fertig, ihr müsst nichts mehr einrichten! Eure Dashboards sind jetzt auf eurem Fernseher verfügbar, und die App ist sogar mit Dashboard Studio kompatibel.

So sieht es mit einem neuen Dashboard aus, das meine Geschwindigkeitsänderungen während des Rennens und den Zustand meiner Reifen analysiert.

PC-Version

 

Darstellung auf dem Fernseher

Für technischen Fortschritt

Wenn dieser Artikel euch dazu inspiriert hat, auf Netflix die neue Staffel von Drive to Survive zu streamen oder sonntags auf dem Sofa zu sitzen und Formel-1-Rennen zu schauen, dann denkt daran, dass ihr euren gesamten Alltag ganz einfach splunken könnt.

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Dieser Artikel stammt von Thomas Labetoulle, talentierter Splunk Consultant bei unserem Partner CGI. Seit 2017 hilft er seinen Kunden, Splunk zu implementieren, um ihre Daten optimal zu nutzen und einen Mehrwert zu schaffen. Thomas ist zertifizierter Splunk Admin und hat viele Module wie ITSI, Enterprise Security oder Splunk Dashboards Beta entwickelt.

*Dieser Artikel wurde aus dem Französischen übersetzt und editiert. Den Originalblogpost findet ihr hier: Monitorer la télémétrie d'une F1 (virtuelle).