Leadership

TED2022: Eine neue Ära der Spiele und der Möglichkeiten - dank E-Sports und Daten

Anlässlich der TED2022-Konferenz in Vancouver (British Columbia) Ende April diesen Jahres, hatte ich die einzigartige Gelegenheit, über meine, wie ich denke, hörenswerte Idee zu referieren. In einer Session zum Thema „New Era of Play“ habe ich über das Zusammenspiel drei meiner Lieblingsthemen gesprochen: datengestützte Technologie, Videospiele und professioneller Motorsport (insbesondere Formel-1-Rennen).

Meine Kinder und ich mögen Videospiele, besonders das offizielle F1-Rennspiel, weil es die Atmosphäre und Spannung des echten Rennsports fast perfekt widerspiegelt. Tatsächlich gibt es eine riesige Community eingefleischter F1-Spieler, die in dem, was weithin als E-Sport bekannt ist, um große Preise, Ruhm und Ehre wetteifern. Es ist fantastisch, wie die Entwicklung des E-Sports sich auch auf den realen Rennsport ausgewirkt hat. Ebenso wie in Unternehmen gibt es auch in der Gaming-Szene eine tiefgreifende digitale Transformation.

Im Falle des virtuellen und realen Rennsports bedeutet dies, dass es ganz neue Möglichkeiten gibt, seinen Traum zu verwirklichen und professioneller Rennfahrer zu werden.

Foto: Gilberto Tadday/TED

E-Sport im Turbogang 

Der E-Sport hat in den letzten Jahren einen Boom erlebt, weil jeder an nahezu jedem Ort mitspielen kann. Als es aufgrund der COVID-19-Pandemie einen Lockdown gab und der Sport in der realen Welt zum Stillstand kam, gab es überall eine Hinwendung zum E-Sport, der 2020 weltweit von fast einer halben Milliarde Menschen verfolgt wurde. Der Umsatz der gesamten Gaming-Branche ist mittlerweile dreimal so groß wie der der Musikbranche und dürfte sich bis 2025 verdoppeln. Bei den unter 20-Jährigen ist es sogar wahrscheinlich, dass sie den E-Sport einer realen Sportveranstaltung vor Ort vorziehen.

Virtuelle Träume werden Wirklichkeit

Jeder TED-Talk braucht einen Helden, und auch wenn meine Kinder das vielleicht anders sehen, war ich selbst nicht der Held meiner E-Sport-Geschichte. Rudy van Buren wuchs in den Niederlanden auf und sammelte seine ersten Rennerfahrungen auf der Kartbahn. Rudy war schon immer schnell. Wirklich schnell. 2003 wurde er niederländischer Kartmeister und träumte davon, sich durch die unterschiedlichen Rennserien hochzuarbeiten und schließlich bei den ganz Großen mitzufahren. Doch dann kollidierte Rudys Traum mit der harten Realität, mit der sich die überwiegende Mehrheit der Hoffnungsträger im Rennsport konfrontiert sehen: Der nächste Schritt erfordert nämlich einen Haufen Geld. Für Rudy war der Traum damit ausgeträumt.

Natürlich war Rudy nicht der Erste, der seinen Kindheitstraum aufgeben musste. Viele von uns jagen großen Träumen hinterher und arbeiten hart dafür und dann rinnen sie uns doch durch die Finger und wir müssen uns mit einem etwas durchschnittlicheren Leben begnügen. 

Doch durch gutes Timing und eine Technologiewende war Rudys Geschichte noch nicht zu Ende. 

Mit Anfang 20, lange nachdem der seinen Traum vom Motorsportprofi aufgegeben hatte, spielte Rudy in seiner Freizeit Rennspiele wie rFactor2 und F1. Damals, im Jahr 2018, war er 25 Jahre alt und McLaren rief gerade einen neuen Wettbewerb namens "World’s Fastest Gamer" ins Leben. Erstaunlicherweise setzte sich Rudy gegen 30.000 weitere Teilnehmer durch, belegte den ersten Platz und gewann unter anderem einen Vertrag als Top-Simulationsfahrer bei McLaren.

Damit gelang ihm auch der Sprung von der virtuellen zurück in die reale Welt. Rudy ist jetzt Profifahrer beim Porsche Carrera Cup Deutschland und gewinnt da draußen einige der anspruchsvollsten Rennen – genau wie zuvor online. Ohne E-Sport wäre sein Traum vom Berufsrennfahrer niemals Wirklichkeit geworden.

Das Spielen ändert unsere Wahrnehmung von dem, was möglich ist, und die Technologie schließt rasch die Lücke zwischen unseren Wünschen und Möglichkeiten. Rudy ist ein Paradebeispiel dafür. Ich freue mich schon auf die Möglichkeiten, die in Zukunft durch die digitale Welt geschaffen werden, und zwar nicht nur im Business- und Unterhaltungsbereich, sondern auch mit Blick auf unsere Träume. Eine neue Generation steht in den Startlöchern, um unsere Welt neu zu gestalten und neu zu erfinden – in einer neuen Ära des Spielens, die für alle zugänglich ist.


James ist Chief Strategy Advisor bei Splunk und hilft Unternehmen, Daten effektiver zu nutzen. 

*Dieser Artikel wurde aus dem Englischen übersetzt und editiert. Den Originalblogpost findet ihr hier.

James Hodge ist ein leitender Datenstratege und Field CTO, der darauf spezialisiert ist Organisationen dabei zu helfen Geschäftsergebnisse basierend auf Daten zu erzielen. Datenethik und digitale Transformation sind zwei von James’ Leidenschaften. Er spricht regelmäßig zu den Themen auf Konferenzen und ist seit kurzem Vorsitzender des Datenanalyse und KI Kommittee von TechUK. Darüber hinaus berät James Startup-Unternehmen dabei, wie sie Daten als Wettbewerbsvorteil nutzen und sich gleichzeitig auf die Vereinfachung von Technologiearchitekturen konzentrieren können. James' Karriere begann im Produktmanagement und in der Strategie, wo er die Produktstrategie Big Data und Analytics von Splunk mit einem besonderen Fokus auf Hadoop, Spark und Open-Source-Analytics-Ökosystem leitete. Er verfügt über umfassende Erfahrung im technischen Design und in der Beratung von Unternehmensorganisationen in ganz Europa. 

James Hodge liebt Lego und lebt in Großbritannien. Er beschreibt sich selbst als „einen Jungen, der nie erwachsen geworden ist“, außerdem behauptet sein LinkedIn-Profil, dass er einen Abschluss der University of Sheffield hat.